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Schulbau Epp Pessidè Ancien C (Wostè)

Wosté liegt im Kanton Pessidé in der Präfektur Kéran, ca. 511 km nördlich von der Hauptstadt Lomé, 66 km von unserem Büro von Kara und 21 km von der Kleinstadt Kante entfernt. Das Dorf mit ca. 900 Einwohner*innen liegt mitten im ehemaligen „Parc nationale de la Kéran“, einem Wildtierreservat, das bis Anfang der 1990er Jahre zum staatlichen Naturschutzgebiet gehörte. Im Zuge der politischen Unruhen zur Demokratisierung des Landes Anfang der 1990er Jahre und der daraus resultierenden Neubesetzung der Flächen breiteten sich schnell um das Naturschutzgebiet unkontrollierte Jagd, Landbesiedlung und vor allem Abholzung aus.

 

Das Dorf Wosté ist derzeit mit mehreren grundlegenden Problemen konfrontiert. Es fehlt der Gemeinde Gesundheits- und schulische Infrastrukturen sowie der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Bei einem Vortreffen mit verschiedenen Akteur*innen im Dorf am 29.01.2020 und nach einer Bedarfanalyse durch unser Team vor Ort wurden folgende Daten erhoben:

 

Der Fluss Kéran, der durch den Nationalpark fließt, ist die einzige Wasserquelle für die Dorfbewohner*innen. Jedoch müssen Frauen und Kinder ca. 3 km zurücklegen, um ans Wasser vom Fluss zu kommen. Durchfall und andere schlimme Krankheiten wie z. B. die (Darm-)Bilharziose und Würmer sind keine Seltenheit. Die Wasserqualität spielt hierbei eine nicht geringe Rolle.

 

Die Eröffnung einer Grundschule in Wotsé geht auf eine Volksinitiative zurück. Im Jahr 2017 wurde sie offiziell als staatliche Grundschule anerkannt. Inzwischen trägt sie durch einen Erlass den Namen „EPP Pessidè ancien G/C“. Der Staat stellte seitdem lediglich die Lehrkräfte zur Verfung und übernimmt ebenso deren Gehälter. Ein Schulgebäude fehlt bis heute noch. Daher werden die Kinder in den vom Elternrat aus Holzpfählen, Stroh bzw. alten Wellblechen gebauten Schuppen unterrichtet (siehe Bilder). Diese provisorischen Bauten bieten kaum Schutz vor der tropischen Sonnenhitze und vor allem vor dem stürmischen Regen. In der Regenzeit fällt der Unterricht einfach aus. Zudem haben Kinder und Lehrkräfte keine adäquaten Sitzmöglichkeiten und sind Stichen bzw. Bissen von Insekten und Reptilien ausgesetzt. Sanitäranlagen gibt es an der Schule nicht. Aufgrund der fehlenden Infrastrukturen kann die Schule nur bis zur 3. Klasse besucht werden. Ihre Schullaufbahn müssen die Kinder von Wostè an einer anderen Schule bzw. im nächsten Dorf fortsetzen. Für viele von ihnen bedeutet dies der Schulabbruch schon nach der 3. Klasse. Aktuell besuchen insgesamt 84 Kinder die Grundschule in Wostè.

 

Ossara e.V. nimmt sich vor, mit Hilfe von Zuschüssen den Menschen in Wostè den Zugang zu sauberem Wasser durch den Bau eines Pumpbrunnens zu ermöglichen. Dies würde zur Verbesserung des allgemeinen gesundheitlichen Zustandes der Dorfbewohner*innen beitragen und die Verbreitung von Durchfallerkrankungen sowie andere schlimme Krankheiten verringern. Ähnliche Projekte haben wir 2019 schon an verschiedenen Orten im Norden von Togo durchgeführt.

 

Die Grundschule Wostè selbst soll durch den Bau eines Schulgebäudes mit 3 Klassenräumen mit Büro- und Lagerraum sowie einer Sanitäranlage ein neues Gesicht bekommen, damit Schüler*innen an dieser Schule bessere und vor allem sichere Lernbedingungen bekommen. Die prekären Verhältnisse (siehe Bilder) erschweren erheblich die Lernqualität und beeinträchtigen folglich den Schulbesuch der Kinder in Wostè.

 

 

Projektstart: Juli 2020